Konflikte – jeder hat sie, keiner will sie

Was passiert, wenn Konflikte keine Angst mehr machen? Und warum es sich lohnen kann, sich ihnen wirklich zuzuwenden.

Seit Januar bin ich in der Mediationsausbildung der Empathiewerkstatt, bei Manuela Forrer Feldmann und Uschi Kellenberger. Eine Ausbildung, in der ich gerade nicht nur viel über Mediation lerne, sondern auch über mich selbst. Über die Angst vor Konflikten. Über Mut. Und über die erstaunliche Leichtigkeit, die entstehen kann, wenn wir uns trauen, auszusprechen, was uns bewegt.

Konflikte sind anstrengend

Sie machen das Leben schwer.

Und vor allem machen sie den allermeisten Menschen furchtbar viel Angst.

Nicht aber meinen Kursleiterinnen.

Sie bringen uns bei, Konflikten mit Gelassenheit, Offenheit und sehr viel Empathie und Klarheit zu begegnen – und Konfliktparteien dabei zu unterstützen, ihre Themen zu klären.

Es gibt hilfreiche Instrumente und Abläufe. Aber letztlich gibt es kein Rezept, das man einfach anwenden kann.

Wie immer, wenn Menschen involviert sind.

Was wir lernen, ist eine Kunst.

Sich in einen Konflikt wagen

An den Modultagen üben wir immer an eigenen Konflikten in der Gruppe.

Und mit Faszination beobachte ich an mir selbst, was dabei passiert.

Mit jedem Mal, in dem ich mich in einen Konflikt begebe, ausspreche, was mich bewegt, und vom Gegenüber gehört werde, finde ich zu mehr Leichtigkeit und Freiheit.

Denn wenn Konflikte keine Angst mehr machen, gewinnt das Leben eine ganz neue Qualität.

Das ist harte Arbeit

Und damit ich nicht falsch verstanden werde:

Sich wahrhaftig auf eine Auseinandersetzung einzulassen. Sich zu wagen, auszudrücken, was in einem ist. Und gleichzeitig ernsthaft zuhören und verstehen zu wollen, was beim Gegenüber los ist.

Das ist tatsächlich harte Arbeit.

Auch als Mediatorin.

Ich brauche jeweils viel Futter. 😊

Aber es lohnt sich so sehr.

Das Ziel einer Mediation ist Klärung, im besten Fall sogar eine Lösung.

Fast immer aber entsteht auch etwas anderes:

Verbindung.

Das merke ich bei uns Kursteilnehmerinnen mit jeder weiteren Runde, in der wir üben, erkunden, uns wagen.

Wir erleben immer wieder, was möglich wird, wenn Menschen aufhören, gegeneinander zu kämpfen, und beginnen, wirklich zu verstehen, was hinter ihren Positionen liegt.

Eine neue Superpower

Ich lerne gerade eine Superpower:

Mich Konflikten furchtlos zu stellen.

Ja, sogar mit Lust und Freude.

Nicht, weil Konflikte plötzlich angenehm wären. Sondern weil ich immer mehr erfahre, was entstehen kann, wenn wir uns ihnen wirklich zuwenden.

Konfliktparteien dabei zu unterstützen, in eine gemeinsame Klärung zu kommen, ist unglaublich befriedigend.

Im Oktober steht noch ein letztes Modul an.

Danach bin ich ausgebildete Mediatorin.

Und ich freue mich darauf.

Vielleicht kennst du das

Hast du auch einen Konflikt in deinem Leben, der dich belastet?

Einen Konflikt, bei dem du immer wieder an denselben Punkt kommst?

Oder eine Situation, bei der du merkst: Allein komme ich hier gerade nicht weiter.

Wenn wir selbst involviert sind, ist es schwierig, einen kühlen Kopf zu bewahren und eine Situation nicht nur aus der eigenen Verletztheit heraus zu betrachten.

Wir alle brauchen ab und zu Unterstützung dabei.

Jemanden, der zuhört. Der mit uns hinschaut. Der hilft, wieder Klarheit zu finden.

Ich kann es nur empfehlen.

Und stelle mich dafür gerne zur Verfügung.

Zurück
Zurück

Id Badi ga …

Weiter
Weiter

Wenn Kinder nicht lernen wollen